VVN BdA Konferenz und LL Demonstration in Berlin

 

Eigentlich ist es ja mein politischer Jahresauftakt, das 2. Januarwochenende in Berlin. In diesem Jahr war es aber dann doch schon der 2. Januar, an dem ich gemeinsam mit hunderten Gleichgesinnten an einer Demonstration für ein „selbstverwaltetes Jugendzentrum“ und gegen die unsozialen Kürzungen im Jugend- und Sozialbereich der Stadt Erfurt teilgenommen hatte.  Am 09. Januar ging es dann aber auf nach Berlin um an der jährlichen Antifakonferenz des VVN BdA teilzunehmen, deren Landesvorstandsmitglied ich ja in Thüringen bin. Wie jedes Jahr waren einige interessante Workshops angesetzt, welche sich mit gemeinsamen Strategien für die Blockaden in Dresden genauso befassten wie mit dem Erstarken rechtsextremer Strukturen innerhalb Europas. Unter dem Motto „Noch Fragen, Entnazifizierung jetzt unser Beitrag zum Klimaschutz“ war es alles in allem eine wieder mal erfolgreiche und interessante Vernetzungskonferenz. Wer mehr zum Bundesjugendtreffen meiner Organisation wissen will kann sich hier ein Bild machen. …Klick… Für Antifaschist_innen lohnt sich die Teilnahme an dem jährlichen Treffen immer wieder, da Vernetzung und vor allem europaweite Vernetzung in meinen Augen ein unverzichtbares Element von Antifaschismusarbeit ist bzw. sein sollte. Der nächste wichtige Termin für uns Antifaschisten dürfte der 13. Februar sein wenn es darum geht in Dresden den anreisenden Nazis den Weg zu versperren. No Paseran ist die Devise die immer wieder auch auf dem Treffen ausgegeben wurde. Weitere Infos zu Dresden bekommt ihr hier. Wir sehen uns am 13. in Dresden.

Eigentlicher Höhepunkt meiner Berlinreise war aber die jährlich stattfindende Großdemonstration an der sich vor allem Linke & Gewerkschafter und linke Gewerkschafter beteiligen. Neben vielen kleinen Parteien und linken Splittergruppen aber auch einigen international aktiven Gruppen fiel mir ein großer Block mit MLKP Fahnen auf. Die Marxistisch Leninistische Kommunistische Partei der Türkei. Ich unterhielt mich gerade mit einem jungen „Rebell“ Mitglied über den Zustand der Linken vor allem im Jugendbereich und meine Erfahrungen die ich als Gewerkschafter mit MLPD und diversen anderen kleinen Splittergruppen gemacht habe, als aus dem MLKP Block laute Stalin Rufe drangen. Wer hier an einen Scherz glaubt wird nach kurzem Nachfragen eines Besseren belehrt. Sie verehren Stalin als großen Helden, ja als Vaterfigur. Das war zu viel für mich und ich flüchtete mich dann doch lieber wieder zu meinen Genoss_innen und Kolleg_innen die den Bruch mit dem Stalinismus dann doch ernst nehmen und selbst auch klar formulieren. Wir diskutierten noch eine Weile über diese Erfahrung und angekommen an der Gedenkstätte der Sozialisten legte ich meine Nelke nieder und sprach noch mit einigen mir bekannten und unbekannten Teilnehmer_innen des Gedenkens. Es war trotz MLKP Stalinisten eine wunderbare Demonstration und ein schönes Gefühl wieder mit so vielen gemeinsam ein Zeichen gesetzt zu haben. Da ich noch Zeit hatte lief ich noch eine Weile durch die Gedenkstätte und dachte über die Eindrücke des Wochenendes nach und machte mich dann auf dem Weg zurück nach Thüringen zu meiner lieben Freundin, die leider nicht mit nach Berlin fahren konnte. Hoffentlich werden auch in 2010 dieMenschen nicht müde sich zu engagieren gegen Krieg und Unterdrückung, gegen Rechtsextremismus genauso wie gegen die Ausbeutung der Natur und des Menschen, gegen unsoziale Reformen im Gesundheitswesen und Sozialbereich. Aber vor allem für eines: Für radikale Demokratie aber das ist schon ein neues, ein anderes Thema fürs Politische 2010.

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