Stammheim von Innen – Ein denkwürdiger Gefängnisbericht von Smily

13. August 2012

Ich dokumentiere hier den Gefängnisbericht eines jungen Antifa der über die Bedingungen in der Haftanstalt Stuttgart Stammheim berichtet. Smily wurde als so genanntem „Linksextremist“ eine besondere Behandlung zu teil. Er beschreibt aber auch die Probleme der Beamten mit ihrer Affinität zu rechtsextremen Einstellungen. Aber lest selbst:

Während meines Aufenthalts hier in der JVA kam es nun schon zu zahlreichen Ungereimtheiten, die formell so nicht sein dürften und in eine mir unliebsame Richtung verweisen; so möchte ich doch gern für die Leute draußen darüber berichten.

Teil I

Umgang der Justizbeamten mit politischem Bewusstsein

a) Die Hausordnung
Schon in den ersten Tagen meiner Inhaftierung wurde mir klar, dass man es als politischer Gefangener besonders schwer in einer deutschen JVA hat. So legen z.B die Beamten hier eine besondere Genauigkeit in Bezug auf die Einhaltung ihrer Stammheimer Hausordnung an den Tag. Eine „Sonderbehandlung“ wenn man so will. Um die kahle Knastzelle etwas heimischer zu ge-stalten, hängte ich mir gleich mal ein, mir zugeschicktes, Plakat für den bevorstehenden Tag der politischen Gefangenen am 18. März an den Schrank. Zentral in der Mitte steht groß „Linke Politik verteidigen! Weg mit den §§ 129, 129 a/b!“ Ein sehr sinnvoller Slogan, wie ich finde, denn der 129er dient ja oft nur zur Kriminalisierung politisch engagierter Jugendlicher, der systematischen Folter bzw. der Abschiebung. Ein Teil des 129er entstand meines Wissens nach mit den Sondergesetzen, die damals zur Bekämpfung der RAF geschaffen wurden. Sie sollten dann eigentlich auch bald wieder aus dem Gesetzesbuch gestrichen werden, doch es gibt sie heute noch… Jedenfalls traf den Justizbeamten V. schier der Schlag als er das Poster entdeckte, so dass er mich direkt dazu auffordern musste dieses zu entfernen. Zum einen begründete er das damit, dass es doch sehr „unpassend“ sei, was ich ja nun überhaupt nicht finde, und zum anderen dann mit der Haus-ordnung, die Bilder und Poster nur an der dafür vorgesehenen Stelle erlaubt. Hierbei handelt es sich um ein über das Bett angebrachtes Holzbrett (ca. 100 x 10 cm). In Reihe passen dort etwa 5-6 Fotos drauf, mit Poster verblieb dann noch Platz für 2-3. Jedenfalls schien V. sehr erregt und verärgert über meinen Verstoß gegen die Hausordnung, mit der er ja nur zu gern argumentiert. Zumindest bei mir. Ich hatte ja schon vorher vermutet, dass es eigentlich nur die politische Message war, die ihn so aggressiv gemacht hat und das sollte sich im weiteren Verlauf dass auch bestätigen. Schon bei den ersten Umschlüssen mit anderen Gefangenen fiel mir auf, dass die meisten anderen ihre Bilder wirklich überall aufgehängt hatten. Da nahm es V. dann wohl nicht so genau mit der Hausordnung. Warum auch? Sie waren kaum als politisch links einzuordnen und es handelte sich meist um Poster von nackten Frauen, die wohl als „passender“ einzustufen waren, als eine Kritik am System…

b) Neonazis in der JVA und ihre besonderen Freiheiten

Zum zweiten Anwaltstermin sollte ich dann auch schon auf den ersten Neonazi in passendem Thor Steinar – T-Shirt treffen. Im Warteraum angelangt musterte er mich von oben bis unten und schien sich zu fragen, ob ich denn ein „Kamerad“ von ihm sei. Allerhöchste Eisenbahn für mich mein Redskin-Shirt freizulegen. Damit wollte ich ihm signalisieren, dass er mich bloß nicht anquatschen soll und ich mit Sicherheit alles andere als sein verfluchter Kamerad bin. So wendete er sich vorerst ab. Als ich aber dann mit einem Mitgefangenen meines Stockwerks ins Gespräch kam, nährte er sich auf schleimige Art und Weise von der Seite und wollte doch tatsächlich an unserer Unterhaltung teilhaben. Da war dann für mich das Maß voll und der Zeitpunkt gekommen den Vogel mal etwas aus seiner Anonymität zu reißen. Ohne in irgendeiner Weise auf ihn einzugehen fragte ich ihn gleich laut, ob ich denn etwa so aussehen würde, als hätte ich Lust auf eine Kon-versation mit einem Neonazi. Alle Augen im voll besetzten Warteraum waren nun bereits auf ihn gerichtet waren. Da hat er sich wohl ziemlich erschrocken und fing an rumzustammeln „warum, wieso? Ich? Ach was…“ Ich verwies gleich auf sein Nazi-Marken-Shirt, das ja nun auch nicht gerade bei C&A erhältlich ist, da meinte er, dass er nur Hool sei, unpolitisch und außerdem Russe, bla, bla… worauf ich natürlich nicht locker ließ und ihm sagte, dass er seine Mutti verarschen kann, aber nicht mich.

Ein anderer mischte sich dann auch ein und sagte dem „unpolitischen Hooligan“, dass es Ärger geben wird ,wenn man ihn nochmal mit einem derartigen Shirt im Warteraum antrifft. Aus dieser brenzligen Situation wurde er dann von einem Beamten rausgeholt. Sein Besuch stand wohl an. Ein paar Wochen später sollte er dann aber doch noch sein wahres Gesicht zeigen, als er sich alleine mitten auf dem Innenhof unter mehreren Beamten befand. Einige von unserem Stockwerk schrien schon „Nazis raus!“ aus dem Fenster, als der „unpolitische Hooligan“ dann mitten auf dem Innen-hof und im Schutz der Beamten ganz stolz den Hitlergruß zeigte und „Ruhm und Ehre der deutschen Armee“ schrie.

Unser Stockwerk tobte und beschimpfte ihn stark; dem schlossen sich dann auch die anderen Stockwerke von Bau I an, währenddessen ihm eine Beamtin ganz seelenruhig die Tür zu Bau II öffnete. Es waren dort mindestens fünf Beamte anwesend, vor denen der Typ mitten im Innenhof einen Hitlergruß zu Bau I machen konnte. Vom Gefängnispersonal interessierte das niemanden, obwohl der ganze Bau I tobte. Man fand das scheinbar auch keineswegs „unpassend“ und die Hausordnung hatte offensichtlich auch nichts dagegen…

Ich habe den Vogel seither nicht mehr gesehen, doch hat mir ein anderer Mitgefangener berichtet, dass er ihn mal wieder im Warteraum angetroffen hatte, wo er dann ohne Thor Steinar – T-Shirt alleine sitzend in der Ecke auf den Boden schauend zubrachte. Vielleicht ein kleiner Teilerfolg nach so viel Ärger…

c) Nazisymbole auf Beamtenutensilien

Ich musste mal wieder zur Kammer runter, um ein Klamotten-Päckchen abzuholen. In der Kammer angelangt, kümmerte sich eine Beamtin um das Paket. Hinter ihr eine Trennscheibe, hinter der andere Beamte ihren Papierkram erledigen. Einer der Beamten öffnete einen Schrank, um seinen wohl gerade benutzten Stempel in eine Stempelschachtel abzulegen, auf der unverständlicherweise ein SS-Symbol (ca. 5-8 cm groß) vermutlich mit Edding draufgemalt war! Da dachte ich, ich seh´ wohl nicht richtig! Der Beamte schloss rasch den Schrank, als er bemerkte, dass ich ihn beobachte.

Ich beschloss die Beamtin vor mir doch gleich mal auf diese merkwürdige Stempelschachtel anzusprechen. Sie schien recht überrascht über meine Frage, was denn Nazisymbole hier auf Beamtenutensilien zu suchen hätten und stellte sich vorerst dumm. Sie sagte, dass das eben die Stempelschachtel von der Kammer sei und schon immer so aussieht, seit dem sie hier arbeitet. Was das Nazisymbol darauf zu suchen hätte wüsste sie auch nicht und lenkte gleich zum nächsten Thema. Thor Steinar nämlich. Das sei ja auch ein bisschen so eine fadenscheinige Sache und ist ja nicht so ganz eindeutig, da es davon ja sogar Bikinis und alles gibt und der ganze Laden gehöre ja scheinbar einem Araber. Sie hatte das hier unter den Beamten auch schon angesprochen und ihr wäre es lieber, solche Sachen nicht rausgeben zu müssen. Da kam es wohl zu hitzigen Diskussionen unter den Beamten und man hat sich entschlossen das weiterhin herauszugeben… Ich entgegnete ihr, dass das schon seit Jahren eine bekannte Neonazimarke ist und dass das einem wohl kaum ent-gangen sein kann. Der Wechsel des Inhabers dieser Marke, was ja letztlich nur eine weitere Finanzspritze für die Nazis bedeutet hat, würde nichts Grundlegendes ändern. Thor Steinar dient nach wie vor als Erkennungssymbol für Neonazis untereinander. Bikinis und andere Produkte dieser Marke werden nach wie vor in sämtlichen Neonazi-Onlineshops und Versänden vertrieben. Von einer Faschismusdiskussion, die auch den Vietnam-Krieg und somit die Entstehungsgeschichte der JVA Stammheim beeinhaltet hätte, wollte ich hier absehen, obgleich mir wirklich danach gewesen wäre. Denn damit hätte ich natürlich auch ihr Dasein als Justizbeamtin in Frage gestellt. Die gute Frau schien mir aber eh schon etwas überfordert. Hätte ich geahnt, was jetzt kommen würde, hätte ich es mit Sicherheit getan. Sie war mittlerweile bei meinen T-Shirts angelangt und geriet bei einem „Antifascist Skinhead“-Shirt ins Stocken. Sie sagte, das dürfe sie mir nicht mitgeben. Ein anderer Gefangener, der hier in der Kammer arbeitete – vor der Trennscheibe versteht sich – bekam das mit und fragte sogleich, was denn an Antifaschismus so schlimm sein soll. Mir platzte hier völlig der Kragen. Wie bitte? Nazisymbole auf Beamtenutensilien, Thor Steinar-Klamotten werden rausgegegeben, Hitlergrüße dürfen gezeigt und gebrüllt werden und mir will man mein Antifa-Shirt nicht herausgeben? So tat ich laut meine Empörung kund, als mich die Frau schon wieder versuchte zu beruhigen und die anderen Beamten schon durch die Trennscheibe auf mich aufmerksam wurden. Die Beamtin meinte sie könne mal den Chef holen und ihn fragen, doch könne sie mir gleich sagen, dass der das nicht genehmigen wird. Ich bestand selbstredend darauf. Es kamen dann sogar zwei Chefs, die sich mein T-Shirt für ein Weile lang ansahen und es mir dann doch schweren Herzens freigaben, um wahrscheinlich weiteren Unannehmlichkeiten bzgl. der SS-Stempelschachtel aus dem Weg zu gehen und ihre Ruhe vor mir zu haben.

Ich habe um dieses T-Shirt gekämpft und bin auch sonst im Knastkampf nicht gerade anderen gegenüber im Vorteil. Ich denke, ich konnte das hier gut darstellen. Doch ist es gerade das, was mir den Ansporn gibt weiterzukämpfen, egal ob drinnen oder draußen.

Wenn man sich mal vor Augen führt wer nach 1945 (wieder) führende Positionen bei Polizei, Justiz- und Staatsanwaltschaft eingenommen hat (1952 standen 20 von 30 Polizeipräsidenten unter der Führung von (Ex-) Nazis), was hier drinnen und draußen tagtäglich passiert, so entsteht hier ein fragwürdiges Gesamtbild deutscher Tradition. Worauf soll man da stolz sein und warum sollte man sich durch „Brot und Spiele“ davon ablenken lassen und bei dieser bescheuerten EM mitfiebern? Ein Wir-Gefühl entsteht für mich bestimmt nicht darin, dass ich mit meinen Unterdrückern zusammen mein Land feiere, sondern im internationalen Kampf zwischen unten und oben über alle Grenzen hinweg…

Anmerkung:
Ich habe in meinen Ausführungen bzgl. des Knastkampfes nur die ganz eindeutigen Ungereimt-heiten – und davon nur einige wenige – aufgeführt. Es gibt aber noch zahlreiche unterschwellige Strategien der Beamten einem das Leben hier noch schwerer zu machen: Jemandem „vergessen“ die Tür zu öffnen, damit er planmäßig duschen kann, Ausschluss von gemeinsamen Veran-staltungen, das Herausreißen aus der gewachsenen Gemeinschaft einer 4er-Zelle etc. sind da nur weitere wenige Beispiele. Manchmal merkt man es auch gar nicht, währenddessen die Justizmaschinerie schon weiter an der Menschlichkeit nagt…

Teil II

Warum ich mich selbst als politischen Gefangenen wahrnehme

Politischer Gefangener ist zunächst einmal jeder, der von staatlicher Repression betroffen ist, weil er oder sie sich politisch für etwas einsetzt. Dass die Nazis, denen der Staat ja nicht selten mit seinen Urteilen entgegenkommt und sie sogar finanziell unterstützt, aufgrund ihrer Ideologie nicht in diese Kategorie des politischen Gefangenen fallen, sollte selbsterklärend sein.

Das Urteil des Amtsgerichts Stuttgart vom 17.02.2012 bezeichne ich als juristische Nullnummer. Dass man mich im Verfahren durch frühere Kriminalisierung und allgemein der ständigen Entpolitisierung des Prozesses versucht hat, als hirnlosen Schläger darzustellen, spricht ja schon für sich. Dennoch konnte man es sich später im Urteil nicht verkneifen, mir die Angehörigkeit zur „linksextremistischen Szene“ vorzuwerfen. Damit sollte mir wohl für die Berufungsverhandlung schon mal ein Stempel aufgedrückt werden.

Der politische Charakter des Verfahrens offenbarte sich schon beim Eintreffen der Anklageschrift:dem Aktenzeichen konnte man entnehmen, dass hier der Staatsschutz herangezogen wurde. (in Stuttgart üblich ,wenn es um den „Linksextremismus“ geht). Das spiegelte sich aber auch in den Haftgründen wieder, wo eine „Verdunklungsgefahr“ mit einem nicht auffindbaren Facebookeintrag begründet wurde.(Ermittlungen wegen angeblicher Nötigung wurden später eingestellt) Die Anwendung von vollkommen willkürlichen Methoden von Polizei und Staatsschutz sorgte also dafür,dass eine „Fluchtgefahr“ konstruiert werden konnte. Diese wurde zusätzlich mit dem Inhalt und den äußeren Umständen meiner Gefangenenpost begründet. Ein Verstoß gegen das Briefgeheimnis also, der zur Begründung einer Aufrechterhaltung eines Haftgrundes nach StPO, GG und Postgesetz unzulässig sein dürfte. Die Annahme der Fluchtgefahr stützt sich einzig und allein auf theoretische Überlegungen, denen keinerlei Fakten und Tatsachen zugrunde liegen, außer der eventuelle Bewährungswiderruf. Dieser könnte eine empfindliche Freiheitsstrafe von 23 Monaten im Falle einer Verurteilung bei der anstehenden Berufungsverhandlung zur Folge haben.

Paradoxerweise gäbe es aber auch ohne die vorangegangene angebliche Verdunklungsgefahr ebenfalls keine Begründung der Fluchtgefahr, denn ohne Gefangenschaft auch keine Gefangenenpost! Verdunklung, die als hinfällig zu betrachten ist, stützt also dennoch aus der Sicht des Gerichts die Annahme einer möglichen Flucht.
Des weiteren wurde im letzten Prozess beim Amtsgericht nicht nur einmal von Richterin Neuffer erwähnt, dass man dies und das (wichtige Details im Prozess) wiederum „so oder so“ sehen könnte, so dass man im Rechtsstaat vom „im Zweifel für den Angeklagten“ ausgehen müsste. Für mich als

„Linksextremist“ kam das aber natürlich nicht in Frage.
So möchte ich weiter fortfahren mit dem Begriff des „Linksextremismus“, der ja nun doch im ganzen Verfahren eine zentrale Rolle zu spielen scheint, obwohl ich gleichzeitig auch als „unpolitischer Schläger“ dargestellt wurde. Dieser Begriff spielt aber auch allgemeine eine Rolle, wenn es darum geht politisches Engagement zu kriminalisieren. „Linksextrem“ das ist ja ein dehnbarer Begriff ( bis hin zum „Terrorismus), der von staatlicher Seite ausschließlich in einem negativen Sinn verwendet wird. Vergessen wird dabei heutzutage oft, dass ohne die sogenannten „Links-extremisten“ wie Kommunisten, Anarchisten, Spartakisten der Novemberrevolution 1918, aber auch Sozialdemokraten der Kaiserzeit (die heutige SPD ist also natürlich ausgenommen) einige für uns selbstverständliche Freiheiten und Rechte gar nicht denkbar wären. Manche der sogenannten „Linksextremisten“ ließen beim Kampf für eine gerechte, friedliche und solidarische Gesellschaft sogar ihr Leben. Alleine schon ihre bloße Existenz nötigte den Herrschenden soziale Verbesser-ungen ab: so führte Reichskanzler Bismarck im späten 19.Jahrhundert die Sozialversicherung nicht ein, weil er so ein guter Mensch war, sondern weil er hoffte, so der damals revolutionären Sozialdemokratie den Boden zu entziehen.

Seit einigen Jahren wird nun wieder verstärkt die Extremismusdoktrin propagiert, die eigens von rechten „Verfassungsschützern“ entworfen wurde. Diese versucht rechts mit links gleichzusetzen.

Die Nazis also zusammen mit ihren entschiedensten Gegnern….In der Praxis sieht das dann jedoch so aus: rechte Kräfte profitieren von der Gleichsetzung, werden weniger kriminalisiert und nähern sich weiter der bürgerlichen Mitte an. Alles was links ist, wird gleichzeitig auf allen Ebenen weiter kriminalisiert, verfolgt und verteufelt.

Das wiederum ist der gesellschaftliche Hintergrund, der mir vorgeworfenen Straftaten und ihrer Ursachen. Politische Hintergründe wie Hetze gegen links oder diverse Diffamierungsversuche (Grauzone vs. RASH) wurden von der Richterin Neuffer allerdings kaum Aufmerksamkeit geschenkt, obwohl es für den Fall eine wichtige Rolle spielt. Stattdessen drängt sie mich in den Bereich des „Linksextremismus“, der für andere wiederum der Gefahr des Terrorismus gleich-kommt. Wenn „Linksextremismus“ nun heißen soll die Distanz zum (Rechts)Konservatismus bis hin zum Faschismus zu wahren und dessen nahtlose Übergänge anzuprangern, so bin ich in dem Punkt sicher „schuldig“ zu sprechen. Ich finde es in diesem Sinne auch nicht weiter schlimm, dass dieses „Unwort“ im Urteil des Amtsgerichtes Erwähnung findet. Obgleich man den Prozess an sich bewusst entpolitisiert hat, dürfte es aber dürfte es ebenso klar sein, welches Ziel mit dieser Strategie (mich einerseits als „unpolitischen Schläger“, andererseits als „Linksextremisten“darzustellen) verfolgt wird…

Denn wo der Staatsschutz schon einmal die Wohnungstür aufgekriegt hat, da wird er sie auch jeder Zeit wieder öffnen können; zumindest im Sinne der Observation. So werde ich dann später auch in „Freiheit“ als politischer Gefangener des Überwachungsstaats wandeln und aus dieser Rolle nicht mehr ausbrechen können. Eigentlich genau das, was man immer versucht der damaligen DDR anzulasten. In der BRD wurde das aber in der Zeit des Kalten Krieges nicht anders praktiziert da man zusammen mit den USA ein „Bollwerk gegen den Bolschewismus“ bilden wollte. Also die selben Stasi/BKA- und CIA-Methoden, nur technisch längst über deren früheren Grenzen hinaus und etwas unterschwelliger, um in der Öffentlichkeit den demokratischen Anschein zu wahren. So soll das Volk dazu gebracht werden, im Imperialismus und trotz steigender faschistischer Gefahr in vielen Erdteilen, reibungslos zu funktionieren.

Die Berufungsverhandlung in seinem Verfahren findet am 5. und 10. September jeweils ab 9 Uhr vor dem Stuttgarter Landgericht statt. Vor Verhandlungsbeginn sollen Kundgebungen vor dem Gebäudekomplex stattfinden.

(zuerst erschienen auf linksunten geschrieben von solikreis)


Eurokrise? Deutsche Lohnkrise

13. August 2012

Kommentar von Michael Schlecht (Chefvolkswirt der Linksfraktion im Bundestag) dem ich nur zustimmen kann. Wir brauchen hohe Lohnzuwächse in Deutschland und in Europa. Und endlich den gesetzlichen Mindestlohn.

Für Merkel ist die Eurokrise vor allem eine Schuldenkrise. Deshalb müsse jetzt mit eiserner Entschlossenheit gespart werden. Weitgehend ausgeblendet bleibt, dass viel Geld für Bankenrettungen ausgegeben wurde. Vollkommen ignoriert wird, dass Deutschland seit 2000 einen massiven Außenhandelsüberschuss gegenüber dem Ausland aufgebaut hat. Zu den 1400 Milliarden Euro, die von 2000 bis 2011 mehr exportiert als importiert wurden, kommen dieses Jahr noch einmal 170 Milliarden Außenhandelsüberschuss hinzu. Diese knapp 1,6 Billionen Euro konnte das Ausland nicht mit eigenen Warenlieferungen bezahlen, sondern nur durch Schulden, die letztlich auch zu Staatsschulden wurden.

Gerade deutsche Banken waren immer hilfreich zur Stelle um die Außenhandelsdefizite in Griechenland, Italien, Spanien und anderen Ländern zu finanzieren. Umso mehr wird gejammert und staatliche Hilfe eingefordert weil die Kredite seit zwei Jahren zunehmend unsicher werden. Für die Banken war und ist Merkel immer sofort zur Stelle. Die Rettungspakete für Griechenland, Portugal und Irland waren im Wesentlichen nur Rettungsaktionen für die Banken.

Die absehbare Steigerung des deutschen Außenhandelsüberschusses auf 170 Milliarden Euro dieses Jahr ist kein Erfolg, sondern führt zur Verschärfung und Verfestigung der Krise. Die deutschen Überschüsse sind Resultat einer massiv auf Exporte ausgerichteten Wirtschaftspolitik. Um die deutsche Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, haben SPD und Grüne die Agenda 2010 aufgelegt. Mit Befristungen, Leiharbeit und Hartz IV wurde den Menschen massives Lohndumping aufgezwungen. Seit 2000 sind die Reallöhne um nahezu fünf Prozent gesunken, während sie in den anderen europäischen Ländern um mehr als fünf Prozent gestiegen sind. So wurde die Binnennachfrage hierzulande und damit auch die Nachfrage nach ausländischen Produkten, also Importen stranguliert. Gleichzeitig erhielten die Unternehmer mit niedrigen Lohnkosten eine Waffe in die Hand, um in andere Märkte einbrechen zu können und die Exporte massiv zu steigern.

Die Schere zwischen Importen und Exporten öffnete sich immer stärker, führte zu dramatischen Überschüssen. So zeigt sich die Eurokrise letztlich als eine Krise der deutschen Lohnpolitik. Mit der Agenda 2010 haben Schröder, Fischer und im Weiteren Merkel die Lohnsetzungsmacht der deutschen Gewerkschaften gebrochen und so einen Wirtschaftsimperialismus begründet, der jetzt droht, auf die Menschen hierzulande zurückzuschlagen.

Die überwiegende Mehrheit der Beschäftigten in Deutschland soll doppelt bezahlen. Erst werden die Exportüberschüsse durch staatlich erzwungenes Lohndumping und Sozialkürzungen erzwungen, dann sollen sie für die Folgen der Importüberschüsse in den anderen Ländern und den damit verursachten Schuldenkrisen haften.

Gefeierte „Weltökonomen“ wie Steinbrück und der umtriebige Gabriel entpuppen sich als zynische Kleingeister, wenn sie jetzt die europäische Vergemeinschaftung aller Staatsschulden fordern: Erst die Menschen mit Leiharbeit, Befristungen, Hartz IV usw. traktieren und dann auch noch von den Opfern dieser Politik die Folgen in anderen Ländern bezahlen lassen.

Soll Europa gerettet werden, muss mit dieser Politik Schluss sein: Europa braucht wirksame Sanktionen gegen Lohndrückerei und zur Steigerung der Binnennachfrage in Deutschland. DIE LINKE will die sofortige Rücknahme der Hartz IV-Reformen, den allgemeinen und flächendeckenden Mindestlohn einführen, die Verhandlungsposition der Gewerkschaften durch Änderungen der entsprechenden Gesetze stärken und das Sozialsystem ausbauen.


3 Fragen an Frank Tempel zum Thema Legalisierung aller Drogen

21. Juli 2012

Liebe Mitlesende, aufgrund ziemlich intensiver Diskussionen im Freundes- und Familienkreises zur Forderung meiner Partei nach Legalisierung aller Drogen habe ich dem drogenpolitischen Sprecher der LINKE Bundestagsfraktion einfach mal die 3 häufigsten Fragen gestellt und veröffentliche hier seine Antworten. Wer sich näher mit Frank Tempel, der vor seiner Abgeordnetentätigkeit selbst bei der Polizei gearbeitet hat. befassen möchte, kann auf www.frank-tempel.de klicken. Ich wünsche Ihnen und Euch viel Spaß bei der Diskussion. Kommentare und Anmerkungen bitte einfach auf dem Gästebuch hinterlassen.

1. Du willst generell alle Drogen in Deutschland legalisieren. Heißt das dann, dass neben der Zigarette und dem Bier dann bspw. auch der Joint an der Bushaltestelle zur Normalität wird?

Zu erst einmal muss ich feststellen, dass das Rauchen von Joints an öffentlichen Plätzen – und dazu gehören auch Bushaltestellen – bereits Realität ist. Das Ziel der LINKEN ist es daher, bestimmte Orte für die Herstellung, den Vertrieb und den Konsum von Drogen bereit zu stellen, um eben dies besser überblicken zu können und nicht länger dem Schwarzmarkt zu überlassen. Nur so kann ein Mindestmaß an Verbraucher-, Jugend- und Gesundheitsschutz garantiert werden. Das steht auch Cannabiskonsumierenden zu. Darüber hinaus verfolgen wir das Modell der Cannabisclubs nach spanischem Vorbild: Hierbei organisieren sich Konsumierende in einem Verein, der nur zum Eigenbedarf des Cannabiskonsums gegründet werden darf. Der Verkauf an Nicht-Mitglieder bleibt verboten. Außerdem bleiben die Nichtrauscherschutzbestimmungen in Kraft. Für andere Drogen könnten ähnliche Modelle gefunden werden. Zuerst wollen wir jedoch Cannabis legalisieren, deren Folgen evaluieren und dann weitere drogenpolitische Schritte planen. Wichtig ist: Wir wollen eine pragmatische, keine ideologische Drogenpolitik. Es geht also um tatsächliche Fakten, nicht um Vorurteile, die den Drogenkonsum betreffen.

2. Kokain, LSD und Speed machen bekanntermaßen den Körper kaputt. Deshalb gehören sie zu den harten Drogen und der Konsum ist verboten. Warum sollte der Konsum denn plötzlich legal werden?

Erstens, alle Drogen machen den Körper kaputt. Das ist aber nicht Maßstab der aktuellen Drogenpolitik. So hat sich Wirtschaftsminister Philipp Rösler gegen ein Tabakwerbeverbot eingesetzt. Auch die Branntweinbranche wird jährlich mit rund 80 Millionen Euro durch Schwarz-Gelb subventioniert. Wenn man sich jedoch die Folgen des Alkoholkonsums anschaut, müsste man von einer sogenannten „harten“ Droge sprechen. Die Kategorisierungen in „hart“ und „weich“ sind also nicht wissenschaftlich, sondern politisch motiviert. Ich bevorzuge es, jede Droge für sich nach ihrem Gefahrenpotenzial einzuteilen. Zweitens, sogenannte „harte“ Drogen werden trotz des Verbots konsumiert. Das Verbot schadet jedoch mehr, als es nützt: Es stärkt kriminelle Organisationen, die Inhaltsstoffe können nicht auf weitere gesundheitsschädliche Streckmittel überprüft werden, die hygienischen Konsumbedingungen sind ungeregelt, Hilfe wird wegen der Angst vor der Repression nicht in Anspruch genommen, Verbote führen zur Entstehung neuerer und noch gefährlicherer Drogen, die Beschaffungskriminalität nimmt zu, die Kosten für die Repression explodieren. Das alles zeigt: Die Repression hat uns in eine Sackgasse geführt. Deshalb brauchen wir jetzt neue Wege in der Drogenpolitik. Portugal ist bestes Beispiel: Nach der Entkriminalisierung illegalisierter Drogen sank die Anzahl der Drogentoten und Drogensüchtigen rapide. Gleichzeitig kam es zu keinem substantiellen Anstieg des Drogenkonsums. Nebenbei bemerkt: In Portugal fand eine sachliche Debatte über Sinn und Unsinn der Drogenpolitik statt. Daran beteiligten sich breite Teile der Bevölkerung und zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen. Drogenpolitik ist also auch eine Frage der Demokratie.

3. Einige Menschen meinen, der Konsum von Drogen sollte nicht bestraft werden, sondern die Produzenten und Verteiler der harten Drogen. Gibt es aus deiner Sicht Drogen, deren Herstellung unter Strafe gestellt werden sollte?

Die Herstellung und der Vertrieb von Drogen müssen unter staatlicher Aufsicht stattfinden. Das ist der entscheidende Punkt und betrifft alle Drogen. Es ist ein universelles Konzept: Jede Droge muss in ihrem Produktionsprozess für den Staat kontrollierbar sein. Das ist heute bereits bei legalen Drogen wie Alkohol, Tabak und Medikamenten der Fall. Drogenkonsum zu legalisieren, die Produktion und den Vertrieb jedoch nicht, ist aber irreführend: Was hilft es, wenn der Konsum legal, der Anbau jedoch illegal ist? Auch dann ist nicht klar, ob zum Beispiel weitere gesundheitsschadende Streckmittel im Stoff sind.


Linke Vize und gewerkschaftspolitischer Sprecher Sandro Witt bietet FDP Fraktion Nachhilfe im Arbeitsrecht und im Umgang mit abhängig Beschäftigten an

3. Juli 2012

 

Da die FDP Fraktion im Thüringer Landtag meint Arbeitnehmer_innenrechte ignorieren zu können, habe ich folgende Meldung heute öffentlich gemacht und fordere den Fraktionsvorsitzenden der FDP auf, eine Mitarbeitervertretung wählen  zu lassen. Der Hintergrund warum ich das anspreche ist ein entsprechender Bericht in den heutigen Thüringer Tageszeitungen. http://www.otz.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/FDP-Fraktion-verliert-Gerichtsprozess-1453159089 

PM vom 03.07.2012

Zum Umgang der FDP Fraktion mit einem wissenschaftlichen Referenten im Thüringer Landtag, der jetzt in einem für die Fraktion verlorenen Arbeitsrechtsprozess gipfelte, erklärt der gewerkschaftspolitische Sprecher der Linken in Thüringen:

„Ich bin hochgradig irritiert aber vor allem enttäuscht, wie der Fraktionsvorsitzende einer Landtagspartei mit seinen abhängig Beschäftigten umgeht. Das vom FDP Fraktionsvorsitzenden Barth in diesem nun öffentlich gewordenen Arbeitsrechtsfall an den Tag gelegte Verhalten und vor allem seine öffentlichen Äußerungen zu tariflicher Entlohnung finde ich äußerst bedenklich. Ich fordere Herrn Barth und seine Landtagsfraktion zum Umdenken auf. Wer sich öffentlich als Politiker gegen die Einhaltung des Tarifvertrages des Öffentlichen Dienst ausspricht, ja wer sich vor allem nicht an die Regelungen des Arbeitsrechtes hält, ist aus meiner Sicht ein sehr schlechtes Vorbild.“

FDP Fraktion sollte vorbildlich sein und eine Arbeitnehmervertretung wählen

„Aus meiner Sicht könnte sich der Fraktionsvorsitzende der FDP im Thüringer Landtag aber öffentlich rehabilitieren und als Vorbild wirken, in dem er seinen Mitarbeiter_innen erklärt, dass sie sich eine Arbeitnehmervertretung wählen können. Wer angelehnt an den Tarifvertrag zahlt, kann und sollte auch angelehnt an das Personalvertretungsrecht bzw. das Betriebsverfassungsgesetz, eine Vertretung der abhängig Beschäftigten wählen. Ich biete mich gerne an, die entsprechenden Kontakte zur zuständigen Fachgewerkschaft ver.di in Thüringen herzustellen. Außerdem bin ich bereit, wenn die FDP Fraktion dies will, einen Vortrag zum Teilzeit- und Befristungsgesetz und weiteren arbeitsrechtlichen Themen sowohl für die Abgeordneten aber auch für die Mitarbeiter_innen zu organisieren. Einer entsprechenden Anfrage im Interesse von Demokratie und Mitbestimmung sehe ich freudig entgegen, erklärt Witt abschließend.


Fiskalpakt = Hartz IV hoch 3

1. Juli 2012

Michael Schlecht, MdB – Gewerkschaftspolitischer Sprecher im Parteivorstand DIE LINKE und Chefvolkswirt der Fraktion zum Fiskalpakt…

Fiskalpakt = Hartz IV hoch drei

Elf Billionen Euro Schulden haben alle Staaten in der EU. In Deutschland liegt die Staatsschuld mittlerweile bei knapp 2,2 Billionen. Die hohen Staatsschulden sind das Spiegelbild des Reichtums der Vermögenden. Denn sie sind zum größten Teil die Kreditgeber der Staaten. In der EU beträgt das Geldvermögen mehr als 13 Billionen!

Staatsschulden sind ein gutes Geschäft für Reiche, Vermögende und ihre Banken. Europaweit kassieren sie jedes Jahr 400 Milliarden Euro Zinsen; das ist mehr als der Bundeshaushalt. Der deutsche Fiskus muss trotz niedriger Zinssätze jedes Jahr 67 Milliarden Zinsen überweisen.

Diese Ausgaben für Zinsen stehen jedes Jahr von vornherein fest. Damit können sie nicht mehr für Erziehung und Bildung, für die Energiewende und vieles andere mehr ausgegeben werden. Deshalb ist der Abbau der hohen Staatsschulden, der hohen Zinszahlungen ein linkes Projekt!

DIE LINKE will Staatshaushalte sanieren mit mehr Einnahmen, mit mehr Steuern von Reichen, Banken und Konzernen. Die elf Billionen Schulden und die 400 Milliarden Zinszahlungen in Europa ließen sich mit einer einmaligen europaweiten Vermögensabgabe für Millionäre drastisch verringern.

Für Deutschland gilt: Würde das Steuerkonzept der LINKEN mit dem Herzstück der Millionärssteuer umgesetzt, würden 180 Milliarden Euro mehr eingenommen. 140 Milliarden sind notwendig für linke Reformpolitik, es blieben jährlich 40 Milliarden Euro für die Rückzahlung der Staatsschulden.

Von allen Regierungen der letzten Jahrzehnte wird Haushaltskonsolidierung mittels Ausgabensenkungen, also Sozialabbau betrieben. SPD und Grüne haben seit 2000 diese Politik noch verschärft mit Steuergeschenken von rund 400 Milliarden an Reiche. Die Kassen des Staates wurden so geleert und zusätzlicher Druck auf die Ausgaben, vor allem auf die Sozialausgaben gemacht. Das „Schlupfloch“ Staatsverschuldung wurde bereits 1993 mit der Vorgabe aus dem Maastricht-Vertrag verkleinert, nach der die staatliche Neuverschuldung nur bei drei Prozent der Wirtschaftsleistung liegen darf.

Am 29. Juni 2012 wurde dieses „Schlupfloch“ Staatsverschuldung mit dem Fiskalpakt faktisch geschlossen. Die staatliche Neuverschuldung wird auf 0,5 Prozent der Wirtschaftsleistung begrenzt. Bestehende Staatsschulden von mehr als 60 Prozent der Wirtschaftsleitung müssen jedes Jahr in Höhe von fünf Prozent abgebaut werden. Dies entspricht in Deutschland einem jährlichen Abbau um mehr als 25 Milliarden Euro. Für 2013 ist diese Kürzung bereits in den Haushalten der Länder und des Bundes eingeplant. Wenn sich das Wirtschaftswachstum gegenüber den bisherigen Annahmen jedoch halbiert, erzwingt der Fiskalpakt zusätzliche Kürzungen von 25 Milliarden Euro. Insgesamt würde dann der Sozialstaat um 50 Milliarden zusammengestrichen.

Mit dem Fiskalpakt wird eine scharf wirkende europaweite Schuldenbremse im Grundgesetz festgeschrieben. Und zwar mit einer „Ewigkeitsgarantie“. In Zukunft kann keine andere Zweidrittelmehrheit im Bundestag die Regelung wieder streichen.

SPD und Grüne haben in ihrer Regierungszeit Haushaltkonsolidierung über die Ausgabenseite mittels Sozialkürzungen wie der Einführung von Hartz IV selbst betrieben. Die Verschärfung mit dem Fiskalpakt liegt auf ihrer politischen Linie. Deshalb haben sie dieses Projekt von Anfang an unterstützt. Mit der Zusicherung der Finanztransaktionssteuer, die in dieser Legislaturperiode kaum realisiert werden dürfte und einem potemkinschen Wachstumspakt haben sie ein Feigenblatt, hinter dem sie versuchen sich zu verstecken.

DIE LINKE lehnt den Fiskalpakt ab und klagt gegen ihn vor dem Verfassungsgericht. Nicht, weil wir für die Verschuldung des Staates sind. Sondern weil wir keinen Sozialabbau wollen und die Schulden durch höhere Steuern für Reiche, Banken und Konzerne abbauen wollen.


Streikverbot bei Turkish Airlines & Festnahme von Gewerkschaftsvorsitzenden des ÖD in der Türkei

1. Juli 2012

Durch Genossen/innen und Kollegen/innen wurden wir auf die Situation von Gewerkschafter/innen in den Tarifauseinandersetzungen in der Türkei aufmerksam gemacht und möchten den Aufruf auch an Euch weiter zu leiten.

Die Tarifrunden in der Türkei werden mit Streikverbot begleitet.

Hier ein Link zum Unterzeichnen eines Aufrufes unter der Überschrift „Türkei: Neues Gesetz soll Streiks im Flugverkehr verbieten“:

http://www.labourstartcampaigns.net/show_campaign.cgi?c=1402 (Englisch)

Und hier ist ein Nachrichtenlink zum Thema, wo auch mehr zur Festname und der dazu folgenden Aktionen zu erfahren ist:

http://didf.de/?p=2358


Feigenblatt für SPD und Grüne

25. Juni 2012
Michael Schlecht, MdB – Gewerkschaftspolitischer Sprecher im Parteivorstand DIE LINKE und Chefvolkswirt der Fraktion
 
 
Jetzt wollen SPD und Grüne dem Fiskalpakt am nächsten Freitag, dem 29. Juni zustimmen. Damit wird eine scharf wirkende europaweite Schuldenbremse im Grundgesetz festge-schrieben. Und zwar mit einer „Ewigkeitsgarantie“. In Zukunft kann keine andere Mehrheit im Bundestag die Regelung wieder streichen.
Dann werden die Staatshaushalte auf Teufel komm raus herunter gekürzt, der Sozialstaat europaweit weiter zusammengeknüppelt. Denn: Haushaltssanierung mit Mehreinnahmen durch massive Besteuerung von Vermögenden und Reichen ist nicht vorgesehen! Etwa eine groß dimensionierte europaweite Vermögensabgabe für Millionäre und Milliardäre ist für Union, FDP, SPD und Grüne tabu. Damit wäre es möglich die europaweite Verschuldung massiv zu drücken.
Offiziell erklärten SPD und Grüne in den letzten Wochen, sie wollten nur zustimmen, wenn eine Finanztransaktionssteuer und Wachstumsimpulse gleichzeitig mit vereinbart würden. Angeblich sei dieses Ziel jetzt erreicht. Das „Entgegenkommen“ der Regierung ist jedoch mehr als dünn und vage, es gleicht einem Feigenblatt für SPD und Grüne. Und um mehr ging es nie.
Dies wurde auch in den Verhandlungen deutlich. Ich habe selbst erlebt, wie in der Arbeitsgruppe Wirtschaft SPD und Grüne ihre ohnehin bescheidenen Forderungen eher bettelnd vortrugen. Sie hätten offensiv mit der Verweigerung der Zustimmung im Parlament drohen können. Da sie das nicht wollten, haben sie damit auch nicht gedroht.
Bis Ende 2012 wird eine europäische Regelung für eine Finanztransaktionssteuer angestrebt. Dazu müssen mindestens neun Länder gefunden werden, die mitmachen und sich in wenigen Monaten einigen. Die Gefahr des Scheiterns ist riesengroß. Ist dies der Fall, dann „wird sich die Bundesregierung dafür einsetzen, eine Besteuerung in möglichst vielen Mitgliedsstaaten im Rahmen der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit zu erreichen,“ so heißt es in dem Beschlusspapier. Na prima, sagt sich da die FDP, dann wird es wohl kaum bis zur nächsten Bundestagswahl eine Finanztransaktionssteuer geben.
Hinzu kommt, dass „die Auswirkung der Steuer auf … die Realwirtschaft (!!! d.V.) zu bewerten und negative Folgen zu vermeiden“ sind. Na, noch besser, sagt sich da FDP-Mann Brüderle, da haben wir einen weiteren Hebel um die Finanztransaktionssteuer ins Leere laufen zu lassen. Denn: Eine Finanztransaktionssteuer ohne „negative Folgen“, also Kosten für „die Realwirtschaft“ ist schier undenkbar.
Und es soll Wachstumsimpulse geben! Das naheliegende wird komplett ausgeblendet, ist überhaupt nicht diskutiert worden: Auf Druck vor allem von Merkel wird Europa bis 2014 mit Sozial- und anderen Haushaltskürzungen von mehr als 500 Milliarden Euro überzogen. Dies hat zur Folge, dass die Wirtschaft nicht nur in Griechenland, sondern auch in Spanien und Italien immer stärker einbricht und der Kollaps droht. Wer meint diese gefährliche Logik verstanden zu haben und Wachstum fordert, der müsste ja wohl erst einmal diese Kürzungen stoppen. Oder zumindest massiv abschwächen.
Staatdessen wurde in der Arbeitsgruppe Wirtschaft im Sandkasten gespielt. Als die Bundesregierung versprach sich für eine Kapitalaufstockung um zehn Milliarden bei der Europäischen Investitionsbank stark zu machen, geriet der Unterhändler der SPD, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Hubertus Heil vor Verzückung glatt ins Schwärmen. Schnell wurde ausgerechnet, dass so in den nächsten vier Jahren zusätzliche Kredite von 60 Milliarden Euro möglich sein könnten.
Ein „wunderbarer“ Wachstumsimpuls: Erst knüppelt man die Länder mit Kürzungen von mehr als 500 Milliarden herunter und dann bietet man ihnen Kredite von vier mal 15 Milliarden an. Wenn viele Unternehmen dann erst mal pleite sind, wird es auch keine Kreditnachfrage geben.
SPD und Grüne haben ihr Feigenblatt. Sie wollen von Anbeginn an die Schuldenbremse, die sie ja für Deutschland selbst vor wenigen Jahren mit eingeführt haben, auf Europa in verschärfter Form übertragen. SPD und Grüne wollen faktisch ihre Politik der Agenda 2010 fortsetzen. Deshalb stehen sie an der Seite von Merkel und Brüderle. Die Dramatik beschreibt der Österreichische Wirtschaftswissenschafter Stephan Schulmeister: „Gegen den Fiskalpakt ist Hartz IV eine Lappalie.
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P.S.: DIE LINKE wird als einzige Fraktion den Fiskalpakt am 29. Juni geschlossen ablehnen und nach einer Beschlussfassung sofort das Bundesverfassungsgericht anrufen.

Der „Mythos Rütli“ – ein spannendes Seminar in einem ganz normalen Berliner Kiez

1. Juni 2012

 

Die eigenen Erwartungen und eine Erkenntnis 

Ich hatte das Vergnügen für den DGB an einem Seminar in Berlin teilzunehmen, bei dem Kolleg_innen der Friedrich-Ebert –Stiftung, der Hans Böckler Stiftung, der SPD und des DGB gemeinsam ein kleines Experiment wagten. Angeleitet durch den erfahrenen und sehr kreativen Journalisten Christian Stahl erhielten wir tiefe Zugänge in die Lebens- und Erfahrungswelt der Menschen im Berliner Stadtteil Neukölln. Einem Stadtteil, dem ich aus eigenem Erleben durchaus aufgeschlossen gegenüber stand und auch weiterhin stehe. So oft es ging, habe ich jeden Berlintermin in den letzten Jahren genutzt, um mich in der Sonnenallee oder den Nebenstraßen in den Cafes zu bewegen oder mit Freund_innen aus Berlin einfach am Abend durch die Straßen zu spazieren. Unter diesen Eindrücken der vergangen Jahre, der zwangsläufig immer oberflächlich blieb, fand für mich dieses Seminar also an einem Ort statt, den ich meinte etwas zu kennen. Jetzt am letzten Tag muss ich mir selber eingestehen, dass ich mich geirrt hatte. Ich hatte in den letzten Jahren wirklich nur an der Oberfläche gekratzt. Dieses Mal war es etwas anders. Das Seminar führte uns unter anderem an die „berüchtigte Rütlischule, welche 2006 durch einen Brandbrief des Lehrerkollegiums in den Fokus der Öffentlichkeit geriet. Neben diversen sehr spannenden Fachgesprächen mit lokaler Politikprominenz und einem Besuch der DAUG „Deutsche Arabische Unabhängige Gesellschaft“ gab es einen Höhepunkt, der für fast alle Teilnehmer_innen sehr prägend gewesen sein dürfte. Für mich jedenfalls, war dies neben einem Kiezfilm den wir gemeinsam mit den Hauptdarstellern sehen und diskutieren durften, der eigentliche Höhepunkt des Seminars. Wir besuchten eine arabische Familie direkt zu Hause und wurden dort so herzlich und mit so offenen Armen empfangen, dass ich, wäre da nicht die Sprache gewesen, recht schnell vergessen hätte, wo ich mich befinde. Auf den Besuch, den Film aber auch auf eine sehr bittere Erkenntnis möchte ich in den nächsten Zeilen etwas näher eingehen.

Ein beeindruckender Film

Am Abend des ersten Seminartages, nach einem gemeinsamen, wunderbaren Essen in einer ägyptischen Shishabar, trafen wir in der „Werkstatt der Kulturen“ mit dem Hauptdarsteller eines Films zusammen, den unser Seminarleiter vor einigen Jahren gedreht hat. Der Film mit dem Titel „Gangsterjäger“ hat mich sehr nachdenklich gemacht. Christian Stahl, der den Film gedreht hat, hatte einen damals 14 jährigen Jugendlichen in seinem Hauseingang in Neukölln kennengelernt und war beeindruckt, dass dieser junge Mensch doch tatsächlich 2 Gesichter hatte. Im Hauseingang total nett und zuvorkommend und hilfsbereit und in der Schule und auf der Straße gewalttätig. Dieser Zwiespalt war es wohl, der Christian dazu brachte einen Dokumentarfilm mit dem jungen palästinensischen Mann zu drehen. Das dieser sehenswerte Film quasi mit einer Freiheitsstrafe für den Deliquenten endet, war am Anfang nicht absehbar. Nach dem Film gab es die Möglichkeit zur Diskussion mit dem Regisseur und dem Hauptdarsteller. Von dieser Möglichkeit haben wir auch rege Gebrauch gemacht. Am Ende stellte sich heraus, dass die Situation von Yeyha, so heißt der sehr charismatische junge Mann aus Neukölln, absolut entwurzelt ist. Als staatenloser Palästinenser, der gerade einmal 25 Tage nach der Geburt noch im Libanon verbracht hat, fühlt sich als Deutscher. Durch die Behörden wird ihm aber jeden Tag unmissverständlich klar gemacht, dass er nur hier geduldet wird. Chancen auf Ausbildung, Arbeit und eine Zukunft werden beständig zu Nicht gemacht.

Damit komme ich in meinem persönlichen Fazit des Seminars, zum wohl wichtigsten Teil.

 Der Blick hinter die Kulissen

Wie schon im einleitenden Teil beschrieben war der Höhepunkt des Seminars der Besuch einer arabischen Familie in Neukölln. Meine anfängliche Skepsis und vor allem meine, als Ostdeutscher, quasi fehlenden Erfahrungen mit anderen Kulturkreisen wandelten sich schnell in Begeisterung. Wir wurden begleitet durch eine engagierte Vertreterin des schon angesprochenen Vereins „DAUG“ der durch Sozialarbeit im Kiez auf sich aufmerksam macht. Die Frau welche wir besuchten, kam vor langer Zeit nach dem Krieg im Libanon nach Deutschland. Sie hat zwei hier geborene Kinder, die Abitur machen und sie legt großen Wert auf die Bildung ihrer Kinder. „Die müssen studieren. Bildung ist unserer wichtigstes Fundament und wichtig für unsere Integration.“ Während des sehr intensiven und hochgradig persönlichen Gesprächs musste ich feststellen, dass sich alles von dem, was ich politisch seit Jahren im Umgang mit Menschen aus anderen Kulturkreisen, ja mit Flüchtlingen, kritisiere, bestätigt. Es gab zwei Wörter welche unsere Dolmetscherin nicht übersetzen musste. Das waren Ausländerbehörde und Jobcenter. Es war nicht so, dass unsere gastfreundliche Begleiterin sich über irgendwas beschwert hätte, aber es war deutlich spürbar, wie sehr die Asylgesetzgebung unsere Mitmenschen, fertig macht und gängelt. Neben den Arbeitsverboten ging es auch um die aus meiner Sicht völlig rassistische Residenzpflichtgesetzgebung und die unerträgliche Situation, keinen festen Aufenthaltsstatus zu bekommen. Genauso erging es ja auch Yheya, unserem Gesprächspartner vom Vorabend. Dass vor allem junge Menschen, denen nach der zehnten Klasse der weitere Weg völlig versperrt bleibt, nicht nur aus Langeweile polizeilich in Erscheinung treten, ist aus meiner Sicht angesichts dieses staatlichen Rassismus, nicht verwunderlich. Ohne Arbeitsverbot und mit der Möglichkeit etwas Sinnvolles zu tun, würden uns als Gesamtgesellschaft wirklich viele „Integrationsrobleme“ erspart bleiben. Diese Gesetzgebung muss dringend verändert werden. Wir brauchen eine ganz andere Willkommenskultur. Als bittere Erkenntnis hat sich für mich fest eingeprägt, dass hier ganze Generationen von Eltern und vor allem Kindern verloren gehen. Dazu muss man auch wissen, dass ein Großteil der Flüchtlinge in ihren Heimatländern anerkannte Persönlichkeiten waren, die durch Krieg und Vertreibung jetzt völlig entwurzelt da stehen und keinen Fuß fassen können. Das ärgert mich nicht nur, das macht mich wütend. Um die Lesbarkeit diese für mich wichtigen Artikels zu gewährleisten verzichte ich darauf weitere Zeilen zu Papier zu bringen. Ich möchte aber an uns alle und vor allem an die durch uns vertretenen Organisationen appellieren. Widmen wir uns dieser so wichtigen Debatte um den Umgang mit Menschen aus anderen Kulturkreisen. Dass Menschen mit Migrationshintergrund unter sich bleiben, liegt nicht daran, dass sie keine Lust haben, sondern dass sie durch die gesamte Gesellschaft, also auch durch uns alle, ausgegrenzt werden. Sicher stimmt dass nicht für jede/n Einzelne/n aber dass was ich erreicht habe, zeigt mir, dass alle Vorurteile und Klischees die ich hatte, durchaus zutreffend waren, aber der Grund dafür sind wir alle selbst.

Sandro Witt

Teilnehmer am Seminar „Der Mythos Rütli“


Eine neue LINKE ist vor allem auch für Linke Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter wichtig!

31. Mai 2012

In Zeiten wie diesen kursieren viele viele Aufrufe für eine neue Parteispitze meiner Partei sowohl durchs Netz als auch durch die reale Welt.  Einer davon kommt von der AG Betrieb & Gewerkschaft, deren Landessprecher in Thüringen ich vor einiger Zeit noch war. Dieser Aufruf spricht weder für alle Gewerkschafter_innen in der Partei noch spricht er mir und einigen meiner Kolleg_innen zu. Aus diesem Grund veröffentlichen wir einen kleinen aber feinen Aufruf unter dem Titel:

 Eine neue LINKE ist vor allem auch für Linke Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter wichtig!

Wir wollen mit diesem kurzen Text zeigen, dass wir uns einen Parteivorstand mit Katja Kipping und Katharina Schwabedissen als Doppelspitze durchaus auch als Gewerkschafter_innen vorstellen können. Wer das auch so sieht ist aufgerufen sich in Göttingen entsprechend zu verhalten. Ihr  habt die Wahl und auch die Möglichkeit euch zu Wort zu melden. Nutzt sie bitte auch.

Hier unser Aufruf: Eine neue LINKE ist vor allem auch für Linke Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter wichtig!

Wir ein kleiner Kreis von unterzeichnenden linken Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter melden uns kurz vor dem Bundesparteitag in Göttingen zu Wort, weil wir meinen, dass  DIE LINKE ihre für uns  sehr wichtige Rolle im pluralen Spektrum politischerMeinungs- und Willensbildung  spielen sollte. DIE LINKE als gesamtdeutsche Partei trägt wesentlich dazu bei, dass die Interessen der abhängig Beschäftigten, welche wir gemeinsam Tag für Tag in unseren täglichenAuseinandersetzungen vertreten,  in der Öffentlichkeit Gehör finden. Im Moment haben wir allerdings Angst, dass uns diese Stimme abhanden kommt. Für uns linke Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter ist der Dialog zwischen Parteien,  Gewerkschaften und sozialen Bewegungen wichtig,  weil die Kämpfe fürdie Interessen der Beschäftigten nicht losgelöst von anderen gesellschaftlichen Kämpfen sind. Kämpfe können dann erfolgreich sein, wenn sie auf der Höhe der Zeit ausgefochten werden. Genauso wie wir Gewerkschaften für das 21. Jahrhundert brauchen, brauchen wir Parteien, die im 21.Jahrhundert angekommen sind und die die soziale Frage als aktuelle Frage verstehen: demokratischer Sozialstaat, ökologische Umgestaltung der Gesellschaft und Produktion, nichtautoritäre Politik, Freiheitsgewinn fürJede/n und viel mehr Demokratie in Wirtschaft und Gesellschaft – das sind die für uns wichtigsten Themen.

Die Kandidatur von Katharina Schwabedissen und Katja Kipping zum Parteivorsitz der LINKEN ist für uns ein Zeichen, dass DIE LINKE sich diesen Herausforderungen wirklich stellen will – ohne eine solidarische Kritik gegenüber Gewerkschaftspositionen missen zu lassen, aberauch ohne eine solidarische Kritik an eigenen Positionen zu missachten. Daher rufen wir als Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter  auf, die Kandidatur von Katharina Schwabedissen und Katja Kipping zum Parteivorsitz der LINKEN zu unterstützen.   

Unterstützer/innen:

Sandro Witt: politischer Sekretär des DGB Thüringen / stellv.Landesvorsitzender die LINKE Thüringen,  

Benjamin Brusniak: jugendpolitischer Sprecher des Parteivorstandes die LINKE, Gewerkschaftssekretär IG BAU

Thomas Elstner: DGB Kreisvorsitzender Gera & Mitglied die LINKE Gera

Willi Lüpkes:  Teamer und Sozialberater,  KV Oldenburg, ver.di Ortsvereinsvorstand Oldenburg/Umland

Jens Löbel: Gewerkschaftssekretär und Mitglied die LINKE Jena

Peter Lückmann: Initiative Soziale Gerechtigkeit Gera, Gewerkschaftsmitglied und LINKE Pößneck

Fragen und Anregungen an: switt@die-linke-thueringen.de


Neues Papier unseres Chefvolkswirts Michael Schlecht zu Prekärer Beschäftigung

26. Mai 2012

Neues Papier: Prekäre Beschäftigung

Die Lebensrealität tausender prekär Beschäftigter wird von der Regierung konsequent verdrängt. Sie bejubelt immer wieder das vermeintliche „Beschäftigungswunder“ in Deutschland. Auch wenn in der Statistik rund eine Million Arbeitslose nicht mitgezählt werden, ist Arbeitslosigkeit in der Tat zurückgegangen. Auch die Zahl der Beschäftigten ist gestiegen. Aber hinter dieser scheinbaren Erfolgsbilanz verbirgt sich die brutale Realität einer beständigen Verschlechterung der Arbeitssituation.  Zum Download auf: www.michael-schlecht-mdb.de